Auch in Boston haben sie den alten Hafen in ein Hafenviertel verwandelt. Hier aber (im Gegensatz zu Philadelphia) ganz nett gemacht, allerdings fast ausschließlich Wohngebiet, keine Restaurants oder Shops, schade eigentlich. Ich dachte ja, Boston liegt am Meer, aber leider nicht so richtig, es liegt in einer Flußmündung, das Meer ist 10 km weiter flussabwärts. Und auch da ist nicht so richtig Meer: Vor der Küste ist noch die Halbinsel Cape Cod.
Boston ist sehr “walkable”, es ist also das meiste zu Fuß zu machen. Eventuell war der Kauf der U-Bahn/Bus/Zug Dauerkarte ein bisschen unütz, aber 15$ sind für 7 Tage auch nicht so viel Geld. Die Innenstadt sieht nett aus, es gibt einen großen Park und es gibt sogar einen Fußgängerzone, zumindest so ähnlich: Die Straße darf nur von Taxis und Bussen befahren werden und es sind Geschäfte an der Seite. In der Innenstadt steht auch eines der 7 hässlichsten Gebäude der Welt, zumindest nach meinem Reiseführer, der wiederum aus irgendeiner Internet-Liste zitiert: Das Rathaus von Boston. Ist tatsächlich keine Schönheit, aber manche Gebäude an der Uni in Karlsruhe können da schon mithalten.
Zwei Blocks von meinem Hotel entfernt liegt das Stadt-Viertel “Back Bay”. Hier stehen die Wolkenkratzer, noch gar nicht so lange, urpsünglich war das mal ein Sumpf, der 1890 aufgefüllt wurde: Inzwischen steht hier eine große Einkaufsmeile und eine noch größere Mall unterhalb von zwei Wolkenkratzern. Ich will da vor allem hin weil ich noch einen Reiseführer von Boston brauche, ohne bin ich ein bisschen aufgeschmissen, vor allem weil das Internet (das evtl. einen Reiseführer ersetzten könnte) auf meinem Zimmer eher schlecht funktioniert. Der Buchladen ist schnell gefunden, und auch Reiseführer kaufen ist kein Problem, die Auswahl ist riesig.
Frisch ausgestattet mit Reiseführer und Karte mache ich mich auf den Weg zu einem Stadtrundgang, um mal zu sehen was es zu sehen gibt.
Eigentlich will ich heute morgen mein inklusiv Frühstück in Anspruch nehmen, aber irgendwie habe ich (halb absichtlich) verschlafen, Frühstück gabs nur bis 9, ich war erst um 9 wach. Naja, egal, irgendwo in der Stadt wird man schon noch einen Kaffee und irgendwas zu essen finden.
Wetter war für heute eigentlich durchgängig “Heavy Rain” (also “Starkregen”) angekündigt, ein Blick aus dem Fenster zeigt mir aber, dass ich ein bisschen Glück habe, es ist zwar total bewölkt, aber es ist trocken. Ein schneller Blick auf die Wettervorhersage zeigt auch: Gestern war noch 4 Tage Regen angekündigt, jetzt sieht es zumindest nach 4 Tagen trocken, evtl. mit ein bisschen Sonne aus. Also habe ich meine Kamera und meine Karte die ich aus Deutschland mitgebracht habe eingepackt und bin los gelaufen, in der Hoffnung, dass das Wetter ein bisschen hält.
In Boston bin ich in einer Herberge des YMCA untergekommen, ist so auf den ersten Blick eine abgefahrene Kombination von Leuten, zwei Deusche sind da, Asiaten, man kann hier wohl auch läger wohnen, mal sehen wie das morgen ist. Frühstück ist inklusive, das wurde in den Internet-Bewertungen gelobt. Ich hoffe morgen auf ein bischen weniger Regen, ansonsten macht Stadt anschauen nicht so viel Spaß und Boston ist wohl viel draußen.
So, heute stand dann der Transfer nach Boston an. Mein erster Bus ging 9:30 von Philadelphia nach New York. War ziemlich chaotisch weil sie mehr Leute einsteigen lassen haben, als Platz hatten. Ich hatte aber meinen Platz, von dem her hat es gepasst. Der Bus war voller Chinesen, die Frau hinter mir hat spontan gesungen, bis ihr irgendwann mal jemand gesagt hat, das es nervt. Wir waren dann pünktlich in New York und ich hatte 3 Stunden Aufenthalt. Der Bus endete mitten im tiefsten Chinatown, außer den Straßenschildern war nichtsmehr lesbar, man hätte fast meinen können man wäre in China. Ich wollte was zu Mittagessen, aber unter den Umständen schwierig. Deshalb bin ich dann einfach in die Metro eingestiegen und 3 Stationen ins “westlicherere” Manhattan gefahren. Oki, ich hätte auch das Abenteuer suchen können und in die erst beste Suppenküche gehen können, aber irgendwie war ich heute nicht experimentierfreudig, deshalb war ich auch beim MacDonald’s zum Mittagessen. Foto vom Burger extra für dp303:

Der zweite Bus nach Boston fährt pünktlich los, es regnet fast die komplette Fahrt, scheinbar hat es das schon länger in der Gegend, diverse Straßen sind überschwemmt und überall gibts Umleitungen. Weil wir noch in einen Stau kommen zieht sich die Fahrt von New York nach Boston hin. Angesetzt sind 4 Stunden, es werden nacher über 5. In Boston gießt es wie aus Kübeln, wir kommen zwar überdacht an, aber mir kann keiner so genau sagen wo der Bus in Richtung meiner Unterkunft losfährt. Die Leute an den Informations-Tischen sind auch nicht sehr hilfreich, jeder redet was anderes, nacher muss ich die Bushaltestelle selber suchen, und das im Regen. Glücklicherweise steht gerade ein Bus davor, dann übersieht man sie schon nicht. Insgesamt bin ich dann gegen 19:30 an der Juhe, macht insgesamt 10 Stunden für den Transfer, ganz schön lange.
So, genug von Philadelphia, war ein bischen unfair: In der Stadt wo die ganzen Museen gewesen wären (Washington DC) war sehr gutes Wetter, hier in Philadelphia wo man viel draußen machen könnte regnet es. Naja, ich habe glücklicherweise die Sachen weswegen ich hierher gekommen bin bei gutem Wetter gemacht, von dem her ist es nicht so schlimm.
Morgen früh geht es weiter nach Boston. Ein Zwischenstopp in New York lässt sich nicht vermeiden, es gibt keine direkte Bus-Verbindung und Zug/Flugzeug sind extrem teuer (Zug kostet One-Way 110$, Fliegen mit 1x Umsteigen 105$, Direkt 500$). Hoffe das klappt und der erste Bus bleibt nicht im Stau stecken, ist ein bisschen abenteuerlich, aber ansonsten kann man bestimmt auch noch spontan zusteigen.
In Boston habe ich mich in einem Hostel einquartiert, liegt ziemlich zentral, die Kritiken im Internet sind gespalten, bin mal gespannt. Rückflug ist nächste Woche Mittwoch Abend, Jonny und ich treffen uns in New York einen Abend vorher und haben zusammen nochmal eine Nacht in New York gebucht, damit nichts schief geht. Ich weiß noch nicht genau was ich zwischen Boston und New York mache, mal sehen.
In Philadelphia steht eine der 13 Federal Reserve Banks (so was ähnliches wie unsere Landesbanken) und die werben hier gerade groß für eine neue Ausstellung in ihrem Gebäude. Nachdem die keinen Eintritt kostet kann man die sich ja mal anschauen, eventuell sieht man ja was interessantes. Leider übertreiben es die Amerikaner mal wieder mit den Sicherheitsvorkehrungen, bei mir springt dauernd der Metaldetektor an, und das obwohl ich wirklich alles Metallische Abgelegt habe. Irgendwann ist der Sicherheitsmann dann leicht genervt und misslaunig und nach einer halben Stunde darf ich dann passieren. Digitalkamera und Handy muss man abgeben, wieso auch immer. In der Bank drin ist eine kleine Ausstellung, schön gemacht, vor allem ein Film, wie die Amerikaner die Dollarnoten herstellen ist interessant. Es gibt richtig viele gefälschte Banknoten zu sehen usw. Interessant fand ich drei Sachen:
1. Über die Hälfte der Amerikanischen Dollar-Noten befinden sich im Moment außerhalb der USA. (Wer hat denn die?)
2. Eine 1-Dollar-Note hält nur 20 Monate, dann muss sie ersetzt werden.
3. Die Dollar-Noten sind deshalb alle gleich groß damit die Herstellung billiger ist. (Macht es aber im Geldbeutel ungleich schwieriger).
Nachdem ich schon so ewig gewartet habe um rein zu kommen, schaue ich es mir dann auch ausführlich an, bin nach 2 Stunden aber wieder draußen, so viel gabs dann auch nicht zu sehen.
Eigentlich wollte ich heute mal ausschlafen, daraus wird aber nichts: Um halb neun wirft mich eine laute Sirene aus dem Bett, eine Durchsage folgt: “Ein Feueralarm wurde ausgelösst, bite bleiben Sie in ihren Räumen, benutzten Sie keine Aufzüge oder Notausgänge”. Das wiederholt sich andaurend. Ich also schnell aufgestanden, angezogen, Notebook und Digitalkamera in den Rucksack, Pass und Geld eingeschoben und mich auf alles gefasst gemacht. Vom Feuer habe ich nichts gesehen, aus dem Nachbar-Hochhaus heraus haben sie aber fleißig Fotos von unserem Hochhaus gemacht, von dem her müsste es was zu sehen geben. Nach 5 Minuten dann die Durchsage des “Hotel Safety Manager”: “Wir untersuchen zusammen mit der Feuerwehr die Meldung, bitte bleiben sie ruhig”. Und nach weiteren 10 Minuten dann die Entwarnung, glück gehabt, was war weiß ich bis jetzt nicht. Passend zum Thema das hier.
Zumindest geht der Tag jetzt mal früher los, ich kann mich also mal um meine Unterkunft und Transfer in Boston kümmern. Eigentlich wollte ich auf den Turm des Rathauses hoch, aber es regnet und die Wolken hängen extrem tief, da kann ich mir das sparen.
Auf dem Heimweg vom Cheese-Steak-Essen entstanden.
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